Vermischtes - Berichte
 
Frauentour 2015 - Der Diemelradweg!

Oder wie man nach einer tollen Radtour der NordWestBahn
ein Schnippchen schlägt!

Teilnehmerinnen:
Anita, Brigitte, Christiane, Delia, Doris, Dragana, Gabriele, Hedwig, Maggy

Die ersten Planungen für die Diemeltour haben im noch kalten Frühjahr stattgefunden, denn es hatten sich immerhin 7 Frauen angemeldet, Maggy und ich mussten also 9 Betten buchen. Das klappte problemlos, und die von uns ausgesuchten Hotels haben sofort eine Reservierungsbestätigung geschickt.

Als größeres Problem stellte sich der Transport zum Ausgangspunkt in Usseln dar. Hier machte die Deutsche Bahn das bei weitem preiswerteste Angebot. Der Nachteil:
1. Wir müssen dreimal umsteigen,
2. es gibt keine Alternative zum vorgeschlagenen Zeitplan und den Anschlusszügen,
3. wir können keine Plätze für die Räder reservieren.

Beim Vortreffen im Eispavillon hat sich keine Radlerin von den Risiken abschrecken lassen, so dass Maggy und ich schließlich die Fahrkarten (mit etwas Bauchschmerzen) bei der DB gekauft haben.

Am Freitag, den 7. August, treffen alle pünktlich um 7.20 Uhr am Hauptbahnhof ein. Die Stimmung ist gut, wozu auch der Wetterbericht beiträgt: Das Wochenende soll warm, aber nicht zu heiß werden, wobei es vielleicht ein kurzes Gewitter geben könnte.

Unser Zug ist heute pünktlich, und der erste Teil der Bahnfahrt bis Hamm verläuft ganz entspannt. Es lohnt sich kaum sich hinzusetzten. In Hamm haben wir nicht viel Zeit zum Umsteigen, doch zum Glück gibt es dort Aufzüge. Wir sind nicht die einzigen Radfahrer, die Richtung Sauerland fahren wollen, und im Fahrradabteil herrscht ein großes Gedränge.

Beim nächsten Halt in Schwerte können wir uns mehr Zeit lassen, doch dafür müssen wir die Räder die Bahnsteigtreppen rauf- und runter-schleppen. In Brilon-Wald wartet der Anschlusszug bereits auf dem Nachbargleis. Mit vereinten Kräften werden die Räder wieder die Treppen rauf- und runtergeschleppt. Radfahrer einer anderen Gruppe blockieren die Türen so lange, bis wir alle im Zug sind. Große Erleichterung bei Maggy und mir, als wir endlich alle auf dem Bahnsteig von Usseln stehen. Wir machen uns sofort auf den Weg zur Diemelquelle, wo wir unsere Vorräte auspacken und in aller Ruhe picknicken.


Christiane und ich stellen fest, dass uns die Gegend bekannt vorkommt. Ach ja, vor 3 Jahren sind die FLG-Frauen auf dem Uplandsteig gewandert, der an der Diemelquelle vorbeiführt.

Nachdem wir uns gut gestärkt haben, geht es endlich los Richtung Diemelstausee. An den Steigungen wird uns schnell klar, dass wir uns im Sauerland befinden. Da hilft nur eins: absteigen und schieben. Trotzdem kommen wir gut voran und sind begeistert von der wunderschönen Landschaft. Am Diemelstausee machen wir an einem Strandcafe Rast, die einige zum Ausruhen im Liegestuhl und andere zu einem Bad im See nutzen. Am Spätnachmittag treffen wir in Marsberg ein, wo wir unsere erste Unterkunft ansteuern. Das Hotel liegt sehr ruhig am Waldrand. Nach der ungewohnten Anstrengung freuen wir uns über die komfortable Ausstattung.

Das Wetter spielt mit, so dass wir unser Essen und die Getränke auf der Terrasse mit Blick auf einen wunderschönen Garten genießen können.

Am Samstag treffen wir uns um 8.00 Uhr am Frühstückbuffet. Wir sind fitter als die Wirtsleute, die am Abend vorher eine kleine Familienfeier hatten und noch sehr müde und verkatert wirken. Mit etwas Verspätung sind dann doch die Eier gekocht und der Kaffee steht auf dem Tisch. Unsere Abfahrt verzögert sich schließlich noch aus einem anderen Grund. Auf dem Parkplatz steht ein großer, eiförmiger und fensterloser Anhänger, und wir haben bereits am Vorabend gerätselt, was da wohl drin sein könnte. Im Frühstückraum sitzt am Nebentisch ein sehr sorgfältig gekleideter Mann, der sein Obst fürs Müsli perfekt mit Messer und Gabel zerlegt. Wenig später stellt sich heraus, dass Mann und Anhänger zusammengehören, denn er holt aus dem Anhänger (Spezialanfertigung) einen alten amerikanischen Jeep. Er kann durch Fotos belegen, dass Marlene Dietrich mit diesem Jeep in Berlin herumgefahren ist.

Der stolze Jeepbesitzer (ehemals langjähriger Chefkoch im Berliner „Adlon“) gibt gerne Auskunft über sein exklusives Hobby. Nach einem längeren Fotoshooting starten wir schließlich zur zweiten Etappe auf dem Diemelradweg.

Die Sonne scheint, die Strecke wird allmählich flacher, und die Räder rollen prima. Die nächste Rast ist in Warburg. Wir stellen die Räder ab und erkunden die Stadt zu Fuß. Die Altstadt hoch über dem Diemeltal ist absolut sehenswert, so wie die Eisbecher im winzigen Garten einer Eisdiele direkt hinter der Kirche empfehlenswert sind. Hinter Warburg verlassen wir für kurze Zeit den Diemelweg und fahren in Richtung des Desenbergs. Letztlich verzichten wir jedoch auf die Turmbesteigung, weil sich der Himmel zugezogen hat und damit eine freie Sicht auf das Umland nicht möglich ist. Die gewonnene Zeit können wir gut gebrauchen, denn der Reifen an Doris` Hinterrad ist platt und muss repariert werden. Wir können die Ursache für den Platten nicht finden, wechseln aber vorsichtshalber den Schlauch.

Nach ein paar Kilometern stellt sich heraus, dass das Problem nicht gelöst ist, denn der Reifen ist wieder platt. Bis zum Tagesziel Trendelburg liegen noch ca. 10 km vor uns. Während wir über Lösungsmöglichkeiten diskutieren, kommt ein Mann aus einem nahegelegenen Haus auf uns zu und bietet seine Hilfe an. Seine Garage dient als Abstellplatz für mehrere Fahrräder und beinhaltet das komplette Werkzeugsortiment. Nach kurzer Zeit sind der zweite Ersatzschlauch und ein neuer Mantel aufgezogen und das Hinterrad wieder eingebaut. Wir alle und besonders Doris sind dem freundlichen Helfer sehr dankbar, denn so erreichen wir ohne weitere Probleme am Spätnachmittag Trendelburg. Hier ist ein letztes Mal Schieben angesagt, denn unser Hotel liegt oben in der Altstadt in der Nähe der Burg. Nach dem guten Abendessen machen wir noch einen Rundgang durch die Altstadt, deren Gassen von Lampen mit Märchenmotiven beleuchtet sind – schön romantisch.
Der letzte Tag beginnt mit einem Gang zur Burg, die zu einem Luxushotel umgebaut wurde. Nachdem wir einen kleinen Betrag an der Rezeption bezahlt haben, dürfen wir den Hauptturm besteigen, was man wegen der tollen Aussicht auf keinen Fall versäumen sollte. Wer möchte, kann noch im Keller des Turms die Folterkammer besichtigen. Dragana erscheint völlig fertig und mit Herzklopfen wieder an der Oberfläche, weil sie sich vor einem über ihr baumelnden Skelett zutiefst erschrocken hat.

Die Fahrt beginnt heute ganz entspannt, denn es geht vom Hotel aus erst einmal bergab. Nach knapp 20 km stehen wir am Weserufer in Bad Karlshafen.
Hier folgen wir dem Weserradweg in nördlicher Richtung. Ein Wassertretbecken, das vom eiskalten Wasser der Bever gespeist wird, lädt zu einer längeren Pause ein. Anschließend erreichen wir unser Ziel Höxter, von wo stündlich ein Zug Richtung Paderborn fährt. Wir gönnen uns noch ein Eis in Höxters schöner Altstadt und versammeln uns dann auf dem Bahnsteig, um den Zug um 16.15 Uhr zu nehmen. Der fährt auch pünktlich ein, sieht ziemlich leer aus, doch die Tür zum Fahrradabteil wird sofort von einer resoluten Schaffnerin blockiert mit dem Satz: „Ich kann nur einen Radfahrer mitnehmen.“ – „Warum denn das?“ – „Die NW-Bahn transportiert nicht mehr als 10 Fahrräder. Haben Sie denn reserviert?“ – Nein, haben wir nicht. Maggy und ich sind ganz geschockt, denn wir hatten am Schalter in GT nachgefragt und hatten die Information erhalten, dass eine Reservierung nicht möglich ist. Vielleicht hätte man uns darauf hinweisen können, dass die NW-Bahn andere Vorschriften hat als die DB.
Was jetzt tun? Eine Stunde warten auf den nächsten Zug, in dem wahrscheinlich auch schon mehr als ein Radfahrer sitzt. Auf dem Weserradweg ist viel los, und uns ist klar, dass, je später es wird, noch mehr Radfahrer mit der Bahn nach Hause wollen. Wir diskutieren, ob es noch andere Transportmöglichkeiten gibt, kommen aber zu keinem positiven Ergebnis. Plötzlich mischt sich ein Herr ein, der meint, er könne uns einen Tipp geben. In zehn Minuten kommt der Zug, der in die Gegenrichtung nach Holzminden fährt. Der wendet dort und fährt auf der gleichen Strecke wieder an Höxter vorbei Richtung Paderborn. Meistens sei der Zug recht leer und wir hätten damit die Chance, für uns 9 Fahrradplätze zu blockieren. Diesen bahnkundigen Mann muss uns ein Engel geschickt haben, denn er hat uns vor einer nicht absehbaren Wartezeit und einer Nachtfahrt bewahrt. Der einlaufende Zug hatte Platz für uns alle. In Holzminden durfte eine große Gruppe Radfahrer nicht einsteigen, weil wir die Plätze bereits besetzt hatten.

Kurze Zeit später traf alle Radler auf dem Bahnsteig in Höxter das gleiche Schicksal. Endlich rückte der Schaffner mit der Information heraus, dass an diesem Wochenende keine Gruppe eine Fahrt gebucht hatte, für die wir hätten Platz machen müssen. Ab da konnten wir die Rückfahrt über Paderborn bis Brackwede entspannt genießen. Hier hätten wir noch einmal umsteigen können, aber alle waren sich einig, dass wir die paar Kilometer bis Gütersloh lieber auf dem Rad zurücklegen.

Fazit: Wir haben drei Tage frische Luft und Sonne, sportliche Betätigung, eine schöne Landschaft und gutes Essen sehr genossen.



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